Home  |  Impressum  |  Datenschutz  |  Sitemap
zurück     Drucken     per Mail versenden          

Azubi im Interview - Britta Baumann

Britta Baumann (22 Jahre) absolviert eine Ausbildung als Jugend- und Heimerzieherin im Hohberghaus Bretten.

Ausbildung im Badischen Landesverein für Innere Mission; Quelle: Badischer Landesverein für Innere Mission / Jonas Moosmüller
Sie arbeiten mit hilfebedürftigen jungen Menschen. Wie kam es dazu?

Britta Baumann: Früher bin ich oft als Betreuerin auf Kinderfreizeiten gefahren. Schon da war es für mich immer eine Herausforderung, schwierigere Kinder zu „knacken“, eine Zugang zu Ihnen zu finden und Vertrauen aufzubauen. Als ich mich dann über ein Freiwilliges Soziales Jahr informierte, bin ich auf die Ausbildung im Hohberghaus Bretten aufmerksam geworden – davor dachte ich eher daran, später mal im Kindergarten zu arbeiten.

Kinder und Jugendliche in Hilfeeinrichtungen haben oft mit einem schlechten Ruf zu kämpfen. Wie begegnen Sie diesen Vorurteilen?

Klar kommen die Kinder hier oft aus schwierigen Verhältnissen, aber es sind und bleiben tolle Kinder. Das einzige, was sie von anderen unterscheidet, sind Probleme in ihrem Umfeld oder in ihrer Geschichte. Damit belastet kommen sie hierher und unsere Aufgabe ist es, dass sie mit neuen Perspektiven wieder rausgehen. Damit das gelingt, müssen Konflikte ausgetragen und durchgestanden werden.

Sie arbeiten in einer Tagesgruppe für Kinder zwischen sieben und 13 Jahren. Was sind dort ihre Aufgaben?

Die Kinder kommen immer mittags direkt aus der Hohbergschule. Wir essen zusammen, machen Hausaufgaben und sorgen für eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung – hier auf der Gruppe oder bei kleinen Ausflügen. Als Azubi bin ich überall dabei und wachse immer mehr in den Beruf hinein – das heißt, ich bin an der Elternarbeit beteiligt, nehme an Hilfeplangesprächen mit dem Jugendamt teil oder entwickle Ideen, wie Kinder erfolgreich an eine Regelschule zurückgeführt werden können.

Gibt es besondere Herausforderungen als Azubi?

Wir arbeiten mit Menschen. Da kommt es mitunter zu emotional schwierigen Situationen, die einem auch nach Feierabend nicht aus dem Kopf gehen. Manchmal ist es auch nicht leicht, sich zu motivieren, abends noch für die Schule zu lernen.

Und warum gehen Sie trotzdem gerne ins Hohberghaus?

Mir gefällt es sehr, im Team zu arbeiten, ich profitiere viel von den Kolleginnen. Außerdem sind „meine“ Kinder einfach cool. Hier passiert immer etwas, es wird nie langweilig. Oft kann ich Hobbys mit dem Beruf zu verbinden. Letztes Jahr war ich zum Beispiel mit einer Gruppe Bogenschießen – das fördert Selbstvertrauen und stärkt die Koordination. Jetzt im Frühjahr mache ich ein erlebnispädagogisches Angebot im Wald. Da habe ich mindestens genauso viel Spaß wie die Kindern.

Ausbildung im Badischen Landesverein für Innere Mission; Quelle: Badischer Landesverein für Innere Mission / Jonas Moosmüller
Was muss man neben der Freude am Umgang mit Kindern mitbringen, um als Jugend- und Heimerzieherin zu arbeiten?

Teamfähigkeit und große Spontaneität. Die Kinder sind immer für eine Überraschung gut, da muss man schnelle mal alle Pläne umwerfen und sich auf eine neue Situation einstellen. Entscheidend ist auch die Art und Weise, wie man den Kindern begegnet: Klar und konsequent zu sein, bei allem was man tut und sagt, das ist sehr wichtig.

Und warum würden Sie eine Ausbildung im Hohberghaus weiterempfehlen?

Für das Hohberghaus spricht eindeutig die Vielfalt an Hilfsangeboten. Von der Hohbergschule bis hin zu Wohngruppen oder ambulanten Angeboten. Hier arbeiten unglaublich viele Fachkräfte, von denen man unweigerlich eine ganze Menge mitbekommt.

Wie geht es für Sie nach Ihrer Ausbildung weiter? Möchten Sie im Hohberghaus bleiben?

Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Gerne würde ich eine Weile im stationären Bereich arbeiten. Ich bin jung und noch nicht familiär gebunden – da kann mich der Schichtdienst nicht schrecken.

Weitere Informationen zur Ausbildung als Jugend- und Heimerzieher/in